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Die schulische Situation mehrsprachiger Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund in der Schweiz und Maßnahmen zu ihrer Förderung. Ergebnisse einer Delphi-Expert/inn/en-Befragung

Rösselet, Stephan (2012). Die schulische Situation mehrsprachiger Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund in der Schweiz und Maßnahmen zu ihrer Förderung. Ergebnisse einer Delphi-Expert/inn/en-Befragung. In: Winters-Ohle, Elmar; Seipp, Bettina; Ralle, Bernd (eds.) Lehrer für Schüler mit Migrationsgeschichte. Sprachliche Kompetenz im Kontext internationaler Konzepte der Lehrerbildung. Mehrsprachigkeit / Multilingualism: Vol. 35 (pp. 248-255). Münster: Waxmann

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Seit der Veröffentlichung der PISA-Studien rückt auch in der Schweiz die existierende ungleiche Verteilung von Bildungschancen verschiedener sozialer Gruppen wieder vermehrt ins Zentrum bildungspolitischer Diskussionen. Zur Erklärung des geringeren Schulerfolgs von Schüler/inne/n mit Migrationshintergrund werden in der aktuellen Bildungsforschung die auf Boudons Arbeit (1974) gründende Unterscheidung primärer und sekundärer Effekte und die Rational-Choice-Theorie herangezogen, welche strukturtheoretische und individualtheoretische Interpretationsansätze bieten. Trotz des steigenden Wissens um das komplexe Zusammenspiel verschiedener Ursachen für die vorhandenen Bildungsdisparitäten, der Bildungsexpansion oder schulstrukturellen und didaktischen Massnahmen konnte jedoch die Schulerfolgsquote dieser Schüler/innen auch in den letzten Jahren nicht an diejenige der einsprachigen, einheimischen Schüler/innen herangeführt werden. Insbesondere der Übergang von der Primarstufe in die Sekundarstufe I stellt sich dabei bezüglich sozialer Selektivität des Bildungssystems als besonders bedeutsam heraus. Im Rahmen einer Untersuchung der PH Bern wurde die Einschätzung der Wirksamkeit und Durchführbarkeit verschiedener Massnahmen über Expert/inn/enurteile erhoben. Zu diesem Zweck wurden 128 Massnahmen aus den sechs Kontexten(1) Unterricht, (2) institutionelle Struktur, (3) Elternzusammenarbeit, (4) Diagnostik, Selektion und Übergänge, (5) schulische Netzwerke und Zusammenarbeit zwischen Schulen und Lehrpersonen und (6) Bildungspolitik formuliert. 176 Expert/inn/en aus den Bereichen Wissenschaft, Bildungsadministration und Unterricht aus der Schweiz, Deutschland und Österreich schätzen die Wirksamkeit und Durchführbarkeit der vorgelegten Massnahmen ein und begründeten ihre Urteile. Drei Massnahmegruppen stellten sich als besonders wichtig heraus: (1) Massnahmen im Unterricht, wie die Verstärkung der Individualisierung, die Förderung der Literalität und des kooperativen Lernens; (2) Verbesserungen auf der Institutionsebene, wie die Umsetzung eines integrativen Schulsystems, welches Erst- und Zweitsprachkompetenzen fördert, oder die Reform des Selektionssystems; (3) eine Verschiebung von assimilativ-monolingualen, zu integrativ-multilingualen Schulmodellen.

Item Type:

Book Section (Book Chapter)

ISBN:

978-3-8309-2733-4

Series:

Mehrsprachigkeit / Multilingualism

Publisher:

Waxmann

Language:

German

Submitter:

Stephan Rösselet

Date Deposited:

12 Feb 2026 13:01

Last Modified:

13 Feb 2026 10:03

Uncontrolled Keywords:

Mehrsprachigkeit, Schulische Übergänge, Chancengerechtigkeit, Delphi-Studie

PHBern DOI:

10.57694/7988

URI:

https://phrepo.phbern.ch/id/eprint/7988

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