Laurerer, Marianne; Schröter, Kristina; Flessa, Fabienne; Kehl, Alexandra (2010). Identifizierung der Wurzel assoziierten Pilze von Gentianella bohemica (Submitted). Augsburg: Bayerisches Landesamt für Umwelt LFU.
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Gentianella bohemica wird seit 2004 zur Arterhaltung und für Wiederansiedelungsprojekte im Ökologisch-Botanischen-Garten der Universität Bayreuth (ÖBG) kultiviert. Wie frühere Studien zeigten, sind Pflanzen in Kultur im Gegensatz zu denjenigen am Naturstandort nicht mykorrhiziert. Es wird angenommen, dass der Böhmische Fransenenzian wie die ganze Familie der Gentianaceae in Form einer speziellen arbuskulären Mycorrhiza mit Pilzen der Gattung Glomus vergesellschaftet ist. Im Rahmen der studentischen Abschlussarbeit von Kristina Schröter wurde deshalb die Wurzel assoziierte Pilzgesellschaft von Gentianella bohemica aus der Erhaltungskultur sowie von zwei Naturstandorten (Teufelsbach BY, Chvalšiny CZ) molekularbiologisch untersucht. Zudem wurde ein sog. Nurse-Plant-Experiment mit Trifolium medium und Nardus stricta als Begleitpflanzen durchgeführt. Aufgrund von Kulturführungsproblemen war hier eine Auswertung nicht möglich.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Pilzvergesellschaftung von Gentianella bohemica komplexer ist als erwartet. Insgesamt wurden an den Gentianella-Wurzeln 475 Pilzgenotypen (RFLP-Typen) isoliert. Die Pilzvergesellschaftung variierte von Standort zu Standort sehr stark, nur drei Genotypen kamen an allen drei Standorten vor, die anderen waren standort- oder individuenspezifisch. Von den 35 häufigsten RFLP-Typen wurde die DNA sequenziert, um die Pilze zu identifizieren. Danach sind etwa 80 % der gefundenen Pilze Basidiomyceten, 7 % Ascomyceten und 8 % über den Datenbankvergleich gar nicht identifizierbar. Der für die Gentianaceae-Mycorrhiza verantwortliche Glomus nur in vier Pflanzen und nur am Standort Chvalšiny im Böhmischen Wald nachgewiesen, nicht aber am Standort Teufelsbachwiese, wo er erwartet worden wäre. Neben Glomus konnten nur zwei weitere Pilze genauer identifiziert werden, die restlichen Pilzgenotypen waren nicht genauer zuzuordnen.
Für die Anwendung sowohl im Naturschutz vor Ort wie auch in der Erhaltungskultur im ÖBG wären vor allem zwei Aspekte interessant zu verfolgen:
(1) Wenn die höhere Vitalität der Gentianellabestände in Tschechien nicht zuletzt auf die Mykorrhizierung durch Glomus, der einen höheren pH-Wert bevorzugt, zurückzuführen ist, wären Untersuchungen und Maßnahmen zum Boden-pH-Wert im Bayerischen Wald und in der Erhaltungskultur anzustreben, um bessere Bedingungen für Glomus-Arten zu schaffen.
(2) In weiteren Forschungsprojekten sollte zudem die Rolle der Begleitpflanzen (Nurse Plants) für eine Mykorrhiza-Infektion untersucht werden. Es zeichnet sich anhand der vorliegenden Ergebnisse ab, dass Trifolium durch seine Mykorrhizierung als Nurse Plant fungieren könnte. Vor allem unter Kulturbedingungen aber auch am Naturstandort könnte damit möglicherweise eine erfolgreiche Infektion von Gentianella durch Glomus herbeigeführt werden.
Item Type: |
Report (Report) |
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Publisher: |
Bayerisches Landesamt für Umwelt LFU |
Language: |
German |
Submitter: |
Fabienne Flessa |
Date Deposited: |
08 Jul 2026 17:49 |
Last Modified: |
08 Jul 2026 17:49 |
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PHBern DOI: |
10.57694/8098 |
URI: |
https://phrepo.phbern.ch/id/eprint/8098 |
