Neuenschwander, Markus P.; Rösselet, Stephan; Cecchini, Amaranta; Benini, Sara (2016). Unterstützung von sozial benachteiligten, bildungsfernen Eltern bei der Berufswahl Jugendlicher. Bundesamt für Sozialversicherungen.
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Die Berufswahl am Ende der Sekundarstufe I stellt eine zentrale Weichenstellung dar, indem sie die berufliche Karriere von Personen vorbereitet. Etwa die Hälfte der Menschen bleibt im Lebenslauf im gleichen Berufsfeld (z.B. Schellenberg, Schmaeh, Häfeli & Hättich, 2015), obwohl die Durchlässigkeit im Bildungssystem der Sekundarstufe II und der Tertiärstufe grösser geworden ist und die zunehmend weiter ausgebauten Weiterbildungsangebote rege genutzt werden. Studien replizieren den Befund, dass der berufliche Status von Eltern mit dem Status des gewählten Berufs ihrer Kinder im Sinne einer gesellschaftlichen Reproduktion hoch positiv korreliert (z.B. Herzog, Neuenschwander & Wannack, 2006; Fend, Berger & Grob, 2009). Damit werden auch die Vererbung von sozialen Ungleichheiten und jene von sozialer Benachteiligung und Armut durch Unterschiede im Erfolg der Berufswahl mitbestimmt. Sozial benachteiligte1, bildungsferne Eltern vermögen ihre jugendlichen Kinder häufig nicht optimal zu begleiten und zu unterstützen. Sie lassen sich aber mit Angeboten, die auf ihre Ressourcen und Bedürfnisse zugeschnitten sind, zu einer passenden Unterstützung befähigen.
Die vorliegende Studie hat im Auftrag des Nationalen Programms zur Prävention und Bekämpfung von Armut untersucht, wie sich soziale Benachteiligung auf die Möglichkeiten der Eltern auswirkt, ihre jugendlichen Kinder im Berufswahlprozess adäquat zu unterstützen. Sie hat eruiert, wie Einschränkungen erfolgreich kompensiert werden können. Folgende Hauptfragestellungen standen im Zentrum der Studie:
(1) Normsetzung zu den elterlichen Aufgaben: Welche Aufgaben erwarten Fachpersonen von Eltern im Berufswahlprozess ihrer jugendlichen Kinder?
(2) Situative Restriktionen sozial benachteiligter Eltern: Inwiefern und warum sind sozial benachteiligte, bildungsferne Eltern in ihrer Unterstützungsrolle im Berufswahlprozess ihrer jugendlichen Kinder eingeschränkt?
(3) Gestaltung kompensatorischer Massnahmen: In welchem Masse, durch welche Massnahmen und von wem benötigen sozial benachteiligte, bildungsferne Eltern Unterstützung, damit sie ihre Rolle wahrnehmen können?
(4) Leitfaden für Unterstützungsangebote: Zusätzlich wurde ein auf den Ergebnissen der Studie aufbauender Leitfaden erstellt, der bei der Planung und Umsetzung von Angeboten zur Begleitung sozial benachteiligter Eltern bei der Berufswahl ihrer jugendlichen Kinder eingesetzt werden kann. Er soll dazu dienen, sozial benachteiligten Eltern qualitativ hochwertige und wirksame Unterstützungsangebote anzubieten.
Item Type: |
Report (Report) |
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ISSN: |
1663-4659 |
Publisher: |
Bundesamt für Sozialversicherungen |
Language: |
German |
Submitter: |
Stephan Rösselet |
Date Deposited: |
03 Feb 2026 08:49 |
Last Modified: |
04 Feb 2026 02:13 |
Uncontrolled Keywords: |
Chancengerechtigkeit, Soziale Benachteiligung, Berufswahl |
PHBern DOI: |
10.57694/7984 |
URI: |
https://phrepo.phbern.ch/id/eprint/7984 |
